Botanisches Glossar, thematisch



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siehe auch: Botanisches Glossar, alphabetisch geordnet


Thematische Ordnung:

Allgemeine Fachbegriffe

capsal
- Organisationsstufe, die durch zellwandlose ("nackte"), unbegeisselte und in eine Gallerthülle eingeschlossene Einzeller gekennzeichnet ist, z.B. Distephanus speculum
coccal
- Organisationsstufe gekennzeichnet durch unbegeisselte Einzeller mit Zellwand, z.B. Bacillariophyceae (Diatomeen, Kieselalgen)
monadal
- Organisationsstufe gekennzeichnet durch begeisselte Einzeller (9+2 Geisseltyp) (mit Augenfleck), z.B. Euglena oder Chlamydomonas, s.a. Flagellen
rhizopodial
- Organisationsstufe, gekennzeichnet durch zellwandlose Einzeller mit Pseudopodien ("Scheinfüsschen), die auch als amöboid bezeichnet werden. Die rhizopodiale Organisation ist eher typisch für tierische Einzeller (Protozoa) und hier insb. der Amoebozoa, findet sich jedoch auch bei anderen Einzellern, wie z.B. bei Stadien von Ochromonas, einer zu den Chrysophyceae (Goldbraune Algen) aus der Gruppe der Chromalveolata zählenden Art oder den Chlorarachniophyta aus der Gruppe der Rhizaria
siphonal
- Organisationsstufe, gekennzeichnet durch schlauchförmige Zellen ("Einzeller") mit vielen Zellkernen (Polyenergide), z.B. bei der zu den Chlorophyta (Grünalgen) zählenden Vaucheria
trichal
- Organisationstufe gekennzeichnet durch fadenförmigen Vielzeller mit hintereinander liegenden Zellen (Zellfaden), z.B. bei der Alge Ulothrix, die zur Klasse der Ulvophyceae innerhalb der Chlorophyta (Grünalgen) zählt
hyphal
- Organisationsstufe fadenförmigen Vielzeller, gekennzeichnet durch hintereinander liegende Zellen ohne echte durchgehende Zellwände (Zellfäden mit septierten und mit Poren versehenen Zellwänden), sogenannte Hyphen ausbildend, wie z.B. bei den Mycota (Pilzen), s.a. Mycel, Porus bzw. Doliporus
Parenchym, Adj. parenchymal, parenchymatisch
- im Kontext der Botanik: das typische Grund- bzw. Füllgewebe des Pflanzenkörpers. Als parenchymal wird ferner die Organisationsstufe von (pflanzlichen) Vielzellern mit echten 2- oder 3-dimensionalen Körpern bezeichnet, die hpts. durch das Parenchymgewebe gebildet werden.
Coenobium, Adj. coenobial
- Organisationsstufe, gekennzeichnet durch Bildung eines losen, vorübergehenden oder dauerhaften, Zellverbandes, bestehend aus mehreren, zusammengelagerten Zellen (meist capsale Einzeller) innerhalb einer gemeinsamen Hülle. Diese Umhüllung besteht häufig aus einer Gallertschicht oder wird aus Zellwandmaterial der Mutterzelle, aus dem die coenobialen Zellen hervorgegangen sind, gebildet. Coenobien finden sich bspw. bei den Cyanobacteriota (Blaualgen) Gloeocapsa, Chroococcus oder Merismopedia.
Aggregationsverbände
- Organisationsstufe gekennzeichnet durch zusammengelagerte, coccale Einzeller, z.B. Stadien der Heterococcales
Kolonie, Adj. kolonial
- im Kontext der zellulären Organisation: Organisationsstufe gekennzeichnet durch zusammengelagerte, monadale Einzeller, wie sie z.B. bei Volvox, die zur Klasse der Chlorophyceae innerhalb der Chlorophyta (Grünalgen) zählt, vorzufinden sind. Im zoologischen Kontext besitzt der Begriff meist eine abgewandelte Bedeutung, s. hierzu Kolonie.
Plasmodium, Adj. plasmodial
- Organisationsstufe, die dadurch gekennzeichnet ist, das aus rhizopodial-amöboiden Vorstufen durch freie Karyokinese polyenergide (mehrkernige) Zellen entstehen, die ein Plasmodium bilden, z.B. die Cocosmilch und anderes nucleäres Endosperm einiger Spermatophyta (Samenpflanzen), s.a. Coenoblast und Syncitium
siphonocladal
- Organisationsstufe, gekennzeichnet durch fadenförmige, polyenergide Vielzeller ("trichal-polyenergid"). Die siphonocladale Organisation war z.B. namensgebend für die Ordnung der Siphonocladales (Klasse Ulvophyceae) innerhalb der Chlorophyta (Grünalge), zu der bspw. die Gattung Valonia zählt. Sie ist aber auch typisch für andere Arten aus der Klasse der Ulvophyceae innerhalb der Chlorophyta (Grünalge), wie z.B. Cladophora.
Plektenchym, Adj. plektenchymal
- Organisationsstufe, die dadurch gekennzeichnet ist, dass aus Zellfäden trichaler und/oder hyphaler Organisation, ein "Flechtgewebe", das sogenannte Plektenchym, ausgebildet wird, z.B. bei den Fruchtkörpern vieler Ascomycota (Schlauchpilze)
Divergenz, divergent
- Unterschiedliche Entwicklung von Organismen gemeinsamer Abstammung, z.B. Ausbildung von Kreuzungsbarrieren
Konvergenz, konvergent
- Gleichartige Entwicklung von nicht näher miteinander verwandten Organismen oder deren Organe bzw. Merkmale durch parallele Evolution, s.a. Analogie
monophyletisch
- Als monophyletisch bezeichnet man Sippen aus der Abstammung einer gemeinsamen Stammsippe, auch geschlossene Abstammungsgemeinschaft, s.a. polyphyletisch und paraphyletisch
Morphologie, morphologisch
- Gestaltkunde, die Lehre von der (äusseren) Gestalt des Organismus/Organs, bzw. diese betreffend
Phylogenie, phylogenetisch
- Die Genetik eines Stammbaums (Taxons) betreffend
paraphyletisch
- Als paraphyletisch bezeichnet man Sippen gemeinsamer Abstammung mit unterschiedlichen Stammsippen, also nicht geschlossene, offene Abstammungsgemeinschaft, s.a. monophyletisch u. polyphyletisch
polyphyletisch
- Als polyphyletisch bezeichnet man Sippen aus Abstammung konvergenter, nicht näher miteinander verwandter Stammsippen, s.a. monophyletisch u. paraphyletisch
isomorph
- allg.: gleichgestaltet, in der Botanik z.B. isomorpher Generationswechsel, bei der sporophytische und gametophytische Generation diegleiche Gestalt besitzen, im Gegensatz zum heteromorphen Generationswechsel
heteromorph
- allg.: verschiedenartig gestaltet, in der Botanik z.B. heteromorpher Generationswechsel, bei der sporophytische und gametophytische Generation eine unterschiedliche Gestalt besitzen, im Gegensatz zum isomorphen Generationswechsel
Analogie, analog
- In der Biologie: Ausbildung ähnlicher Organe oder Merkmale bei nicht näher verwandten Organismen durch Konvergenz
Homologie, homolog
- In der Biologie: Sich entsprechende Organe oder Merkmale von miteinander verwandten Organismen, auch wenn diese durch Metamorphose stark abgewandelt wurden
Organismus
- Der lebende Organismus ist ein sich im geordneten Geschehensfluss (des Lebens) erhaltendes Gebilde (dtv-Atlas der Biologie Bd. 1, 2. Auflage von 1985, S. 53)
Organ
- Morphologisch abgegrenzte Systeme aus i.d.R. verschiedenartigen Gewebe zur Erfüllung differenzierter Funktionen (nach dtv-Atlas der Biologie Bd. 1, 2. Auflage von 1985, S. 97)
haploid
- Einfacher Chromosomensatz
diploid
- Doppelter Chromosomensatz
triploid
- Dreifacher Chromosomensatz
polyploid
- Mehrfacher Chromosomensatz
Meiose
- Beim Zellteilungsvorgang die Reduktionsteilung der genetischen Information (Chromosomen), d.h. Teilung mit unterbliebener Verdopplung des Chromosomensatzes (= Halbierung des ursprünglichen Chromosomensatzes, z.B. aus diploid wird haploid)
Mitose
- Beim Zellteilungsvorgang die Teilung des Nucleus, also der genetischen Information (Chromosomen), unter vorangegangener Verdopplung des Chromosomensatzes, s.a. Karyokinese
unilokulär
- Auf einen Ort begrenzt, z.B. bei den Gametangien bestimmter Phaeophyceae (Braunalgen)
plurilokulär
- Auf verschiedene, d.h. mehrere bis viele Orte ausgedehnt, z.B. bei den Gametangien bestimmter Phaeophyceae (Braunalgen)
Paraphyse
- Sterile Zelle, meist in der Nähe von generativem Gewebe oder als dessen Begleitzellen
Photosynthese
- Prozess der photoautotrophen Organismen, der mittels Lichtenergie aus CO2 (CO2-Fixierung) und H2O (Hydrolyse, bzw. Photolyse) organische Substanzen (Kohlenhydrate) aufbaut, die wesentliche chemische Komponente ist das Chlorophyll, s.a. Assimilation
Phyllom
- das Blattorgan
perennierend
- Überwinternd, ausdauernd, mehrjährig
interkalar
- Allg. 'eingeschaltet', so bezeichnet bspw. bei den Phaeophyceae (Braunalgen) die interkalare Wachstumszone den generativen Abschnitt des Phylloids, von dem die Wachstumsvorgänge des Phylloids ausgehen, insb. nach dem Absterben des oberen Teils des Phylloids am Ende des Winters, z.B. bei Laminaria saccharina
Calyptra
- Bei den Spermatophyta (Samenpflanzen) die Wurzelhaube, bei den Bryophyta (Moose) der obere Teil der Embryotheca des Sporophyten
Metamorphose
- Allg. (Um)wandlung. Im Kontext der Botanik bezeichnet Metamorphose die insb. bei den Spermatophyta (Samenpflanzen) nicht selten anzutreffende Umwandlung von Wurzeln, Spross oder Blättern (Wurzel-, Spross- bzw. Blattmetamophosen) zu speziellen Organen. Besonders ausgeprägt sind solche Metamorphosen bspw. bei den Cactaceae (Kakteen). So ist hier der Spross meist zu einem wasserspeichernden Organ umgewandelt, das zudem die Photosynthese-Funktion der Blätter übernimmt, während diese durch eine Blattmetamorphose zu Dornen bzw. Dornbüscheln (Areolen) umgewandelt sind.
Epidermis
- Primäres Abschlussgewebe, d.h. bei Pflanzen die äusserste Zellschicht des Sprosses bzw. der Blätter. Die epidermalen Zellen sind meist frei von Chloroplasten (ausser bei Farnen, einigen Schattenpflanzen und den Schliesszellen der Stomata) und besitzen eine aussen aufgelagerte Wachsschicht, die sogenannte Cuticula
apikal
- scheitelständig
dorsal
- rückseitig
ventral
- bauch-/vorderseitig
lateral
- seitlich
terminal
- endständig
fakultativ
- wahlfrei, "wenn es nötig sein sollte"
obligat
- verbindlich, unerlässlich, "immer, verpflichtend"
abaxial
- Blattunterseite, d.h. die der Sprossachse abgewandte Seite des Blattes
adaxial
- Blattoberseite, d.h. die der Sprossachse zugekehrte Seite des Blattes
Thallus
- von gr. thallos, dt. Laub. Vegetationskörper der Thallophyta, d.h. Pflanzen deren Vegetationskörper nicht der Gliederung des Kormus der Cormophyta (Pteridophyta, Spermatophyta) entspricht, also v.a. keine differenzierte Ausbildung von Blatt-, Spross- oder Wurzelgeweben aufweist
Cormus
- von gr. cormos, dt. Spross, Stamm, Pfosten. Vegetationskörper der Cormophyten, d.h. der Pteridophyta (Farne) und Spermatophyta (Samenpflanzen), der eine charakteristische Gliederung in Spross, Blatt und Wurzel aufweist
Kormus
- andere Schreibweise für Cormus
Cauloid
- Sprossartiges Organ der Bryophyta (Moose) und der Phaeophyceae (Braunalgen)
Phylloid
- Blattartiges Organ der Bryophyta (Moose) und der Phaeophyceae (Braunalgen)
Rhizoid, Pl. Rhizoide
- Bezeichnung für wurzelartige Organe, etwa bei den Bryophyta (Moose) oder den Phaeophyceae (Braunalgen)
Heterophyllie
- Unterschiedliche funktionelle und morphologische Ausbildung von Blättern derselben Pflanze, z.B. Schwimm- und Wasserblätter bei Salvinia natans (Schwimmfarn)
Isophyll
- Gleichartig gestaltete Blätter
Anisophyllie
- Morphologisch verschiedenartige Blätter, z.B. bei Selaginella (Moosfarn)
Synangium
- Verwachsene Sporangien der Cormophyta
Pseudopodium
- im Kontext der Cytologie: Zelluläre Plasmaausstülpung, die zur Nahrungsaufnahme (Phago-/Pinozytose) und Fortbewegung dient, auch als "Scheinfüsschen" bezeichnet.
im Kontext der Botanik: Stengelartiger Auswuchs des Gametophyten bei einigen Bryopsida (Laubmoose), der das Sporogon emporhebt und so die Ausbreitung der Sporen erleichtert.

Cytologie

Membran
- In der Biologie: Biomembran, biochemische Struktur, die in der Lage ist, selektiv und flächig dreidimensionale Räume in der Zelle(Mitochondrium, Plastiden, Nucleus u.a.) bzw. diese selbst (Zellmembran) zu begrenzen
Flagellum
- Geissel mit "9+2" Struktur
Nucleus
- Zellkern, membranbegrenzter Zellraum, der die genetische Information enthält
Plasmalemma
- Die Zelle begrenzende und umgebende Biomembran
Granula
- Korn-/Körnchenartige Struktur im Cytoplasma von Zellen
Plastide
- Von einer Biomembran umgebenes Kompartiment der Zelle
Thylakoid
- Charakteristische Membranstapel der Plastiden der Chlorobionta (Grüne Pflanzen), aber auch Membranstapel der Cyanobacteriota (Blaualgen), jeweils Pigmente tragend
Plasmodesme
- Plasmatische Verbindung (Kanäle) zwischen aneinandergrenzenden Zellen (Plasmabrücke), s.a. Symplast
Symplast
- Die Gesamtheit aller plasmatisch durch Plasmodesmen untereinander verbundenen Zellen einer Pflanze (plasmatischer Raum)
Apoplast
- Die Gesamtheit des nichtplasmatischen, ausserhalb der Zellmembranen liegenden Raums (Zellwände, Interzellularen)
Protoplast
- Der lebende von dem Plasmalemma umschlossene Zellkörper der Zelle, d.h. die pflanzliche Zelle ohne die Zellwand
Leukoplast
- Farblose, häufig als Chloroplasten-Vorstufe dienende Plastide
Gerontoplast
- Gealterter, lichtmikroskopisch, bedingt durch Carotinoide, gelbfarbig wirkender, nicht mehr zur Photosynthese befähigter Chloroplast, der insb. bei der herbstlichen Laubwelkung entsteht
Chromoplast
- Lichtmikroskopisch, bedingt durch Carotinoide, gelb-/orange- oder rotfarbig erscheinendePlastide, häufig in Blütenblättern auftretend
Chloroplast
- Durch charakteristischen Feinbau gekennzeichnete, dem hpts. Zweck der Photosynthese dienende und durch die hohe Chlorophyllkonzentration lichtmikroskopisch grünfarbig erscheinende Plastide
Chromatophor
- Oberbegriff für alle pigmentierten (mit Farbstoffen besetzten) Plastiden, der Begriff wurde von F.Schmitz geprägt
Phagozytose
- Aufnahme von festen Partikeln durch Plasmaumschliessung durch die Zelle
Pinozytose
- Aufnahme von Flüssigkeit, z.B. Öltröpfchen, durch Plasmaumschliessung durch die Zelle
Phycobiline
- Farbstoffkomponenten der Phycobiliproteide, hpts. Phycocyanobilin und Phycoerythrobilin
Phycobiliproteid
- Akzessorische Pigmente der Cyanobacteriota (Blaualgen), Rhodophyta (Rotalgen) und Cryptophyta (Oxidationsschutz ähnlich der Carotinoide), strukturell in Phycobilisomen lokalisiert, verantwortlich fü blaue oder rote Farbgebung
Phycobilisom
- Granuläre Ansammlung von Phycobiliproteiden an der Thylakoidmembran von Cyanobacteriota (Blaualgen) und Rhodophyta (Rotalgen)
Cytoplasma
- Weitestgehend unstrukturiertes Plasma (Grundmasse/Grundinhalt) der Zelle
Plasma
- In der Biologie: Unstrukturierte Zellmasse, s. Cytoplasma
isokont
- Typus der Begeisselung, bei der die Geisseln gleichgestaltet sind
heterokont
- Typus der Begeisselung, bei der die Geisseln verschiedenartig gestaltet sind
ophistokont
- Typus der Begeisselung, bei der eine einzige, glatte Geissel als Schubgeissel ausgebildet ist
akrokont
- Typus der Begeisselung, bei der eine einzige, behaarte Geissel als Schleppgeissel ausgebildet ist
Stigma
- Augenfleck an der Geisselbasis bei begeisselten Formen der eukaryotischen Algen; Narbe des Gynoeceums der Angiospermatae
Interzellulare
- Zwischen den Zellen eines Organismus liegende Zellräume
Energide
- Funktionale Einheit von Nucleus und diesem physiologisch zugeordneten Plasma
Monoenergide, monoenergid
- Einkernige Zelle
Polyenergide, polyenergid
- Zelle mit mehr als einem Nucleus, z.B. Syncitium und Plasmodium, s.a. Coenoblast
Coenoblast
- Mehrkernige Zelle, s.a. Polyenergide
Karyokinese
- Teilung des Nucleus der Zelle
Cytokinese
- Teilung der Zelle nach vorausgegangener Karyokinese
Syncitium
- Durch Fusion monoenergider Zellen enstandene polyenergide Zelle, z.B. die ungegliederten Milchröhren von Léontodon sp. (Löwenzahn), s.a. Coenoblast und Plasmodium
Carotinoid
- Gelb-orange bis rot gefärbte, lipophile Pigmente (Lipochrome), die als akzessorische Pigmente des Photosyntheseapparates (meist schwache Übertragung der Anregungsenergie) und als Anti-Oxidantien wirken

Sexualität, Fortpflanzung, Vermehrung und Ausbreitung

Schizotomie
- Zweiteilung bei Einzellern, d.h. aus einer Zelle entstehen zwei Tochterzellen
Schizogonie
- Vielfachteilung bei Einzellern, d.h. aus einer Zelle entstehen z.B. vier Tochterzellen. Dabei kann die Bildung der Tochterzellen gleichzeitig (Simultanteilung) oder zeitlich versetzt (Sukzedanteilung) erfolgen.
Sukzedanteilung
- Schizogonie, bei der die Tochterzellen nacheinander gebildet werden
Simultanteilung
- Schizogonie, bei der die Tochterzellen gleichzeitig gebildet werden
Fragmentation
- Zerfall eines vielzelligen Organismus in kleinere, lebensfähige, vermehrungsfähige Einheiten
Bulbille
- Brutkörper oder Brutknospen, d.h. pflanzliche Organe, die speziell zum Zwecke der vegetativen Fortpflanzung gebildet werden, z.B. bei einigen Kalanchoe-Arten
Diplont
- Diploider Organismus
Haplont
- Haploider Organismus
Sporophyt
- Diploide Generation der eukaryotischen Algen und Embryophyta, die Sporen (ausser bei Diplonten mit gametischem Kernphasenwechsel) ausbildet
Gametophyt
- Haploide Generation innerhalb der Embryophyta und eukaryotischen Algen, die Gameten ausbildet
Zygote
- Diploide Zelle, die aus der Syngamie zweier haploider Gameten hervorgeht. Die Zygote stellt damit i.d.R. die Ausgangszelle (insb. bei mehrzelligen Pflanzen) des Sporophyten dar.
Hypnozygote
- Meist derbwandige Zygote, die häufig als Dauerstadium dient, z.B. bei einigen Mycota und Eukaryotischen Algen
Auxozygote
- Sich stark vergrössernde Zygote einiger Bacillariophyceae (Diatomeen, Kieselalgen)
Kopulation
- Verschmelzung (Befruchtung) zweier geschlechtsverschiedener, aus einer Meiose hervorgegangenen, d.h. haploiden, Einzelzellen (Gameten) zur Zygote
Agamet
- Asexuelle Keimzellen, auch als Sporen bezeichnet. Endosporen zeichnen sich dadurch aus, dass sie im Inneren von Behältern, sog. Sporangien gebildet werden. Der Begriff Endospore wird auch in der Mikrobiologie verwandt und bezeichnet hier die im Inneren von Bakterien gebildeten Sporen (s. Endospore). Allerdings bilden Bakterien keine Sporangien aus. Als Exosporen, Conidien bzw. Conidiosporen werden Agameten bezeichnet, die exogen, d.h. nach aussen hin, gebildet und einzeln abgeschnürt werden. Ferner lassen sich Agameten bzw. Sporen aufgrund ihrer Bildungsweise in Mitosporen und Meiosporen, sowie hinsichtlich ihrer Beweglichkeit in begeisselte Planosporen und unbegeisselte Aplanosporen unterscheiden.
Gamet
- Geschlechtsverschiedene, haploide Fortpflanzungszellen, die aus einer Meiose hervorgegangen sind und zu einer Zygote verschmelzen können
Autogamie
- Fusion generativer Zellen desselben Organismus, so z.B. die Hyphen bei Morchella (Morchel), einem Ascomycet (Schlauchpilz). Auch die Selbstbefruchtung bzw. -bestäubung bei den Spermatophyta (Samenpflanzen), im Gegensatz zur Allogamie. Um der Autogamie und damit der resultierenden Inzucht entgegenzuwirken haben sich bei den Spermatophyta verschiedene Mechanismen herausgebildet. Dazu zählen die Ausbildung von genetischen Barrieren (Selbinkompatibilität), sowie verschiedene morphologische bzw. entwicklungphysiologische Anpassungen, wie die Dichogamie oder die Herkogamie. Viele Arten pflanzen sich jedoch obligat autogam fort, v.a. Pionierpflanzen oder Arten extremer Standorte. Bei solchen Arten finden sich häufig zwittrige, homogame Blüten, deren Staubblätter (Stamina) und Narben gleichzeitig reifen. Auch kann es zur Ausbildung von Kleistogamie kommen, bei der Blüten gebildet werden, die sich nicht mehr öffnen. Bei einigen Arten finden sich jedoch auch Übergangsformen, bei denen sowohl Autogamie, wie auch Allogamie in verschiedenen Phasen der Blühperiode stattfindet. So bildet bspw. Oxalis acetosella (Sauerklee) sowohl fremdbestäubte, offene (chasmogame), wie auch selbstbestäubende, geschlossene (kleistogame) Blüten an einer einzigen Pflanze aus.
Allogamie
- Befruchtung durch Erbinformation eines anderen Individuums, im Gegensatz zur Autogamie
Chasmogamie
- Bildung offener, d.h. der Fremdbestäubung zugänglicher Blüten. Chasmogamie ist damit Vorraussetzung für die Allogamie und steht im Gegensatz zur Kleistogamie.
Kleistogamie
- Ausbildung von sich nicht mehr öffnenden Blüten zum Zwecke der Selbstbefruchtung bzw. -bestäubung, insb. bei obligat autogamen Arten.
Syngamie
- Fusion zweier geschlechtverschiedener Zellen (Gameten) zur Zygote bestehend aus den Teilvorgängen der Plasmogamie und Karyogamie, die zeitlich unabhängig voneinander ablaufen können, z.B. bei den Basidiomycota (Ständerpilze)
Karyogamie
- Teilvorgang der Syngamie bei der die Zellkerne (Nuclei) der Gameten verschmelzen, auf die Plasmogamie folgend
Plasmogamie
- Teilvorgang der Syngamie bei der das Plasma zweier (oder mehrer) Zellen (Gameten) verschmelzen
Somatogamie
- Verschmelzung von somatischen, also vegetativen Zellen verschiedener oder gleicher sexueller Polarität
Gametogamie
- Fortpflanzung durch Verschmelzung von Gameten
Gametangiogamie
- Fortpflanzung durch Verschmelzung von Gametangien
Apogamie
- Vegetative Vermehrung aus anderen Zellen des Gametophyten
Aposporie
- Mechanismus der sekundär ausgebildeten, vegetativen Fortpflanzung (Apomixis), bei der die Meiose unterbleibt und keine Meiosporen gebildet werden, so dass aus diploiden Zellen des Gametophyten neue Sporophyten entstehen können.
Apomixis
- Sekundär zu vegetativer Vermehrung zurückgebildete Sexualität, z.B. durch Samenbildung aus unbefruchteten, diploiden Eizellen (Parthenogenese) oder aus anderen Zellen des Gametophyten (Apogamie)
Parthenogenese
- allg.: die Jungfernzeugung, also die vegetative Fortpflanzung durch unbefruchtete generative Zellen. Im Pflanzenreich tritt Parthenogenese bei Cormophyten durch Reduktion der Meiose unter Bildung diploider Eizellen auf, welche dann ohne Syngamie einen Embryo bilden aus dem erneut ganze Sporophyten entstehen, z.B. bei dem Farn Dryopteris pseudo-mas. Bei den Mechanismen der unterdrückten Meiose unterscheidet man zwischen degenerierter Meiose ohne Chromosomenreduktion (Diplosporie) und dem völligen Wegfall der Meiose (Aposporie). Erfolgt die vegetative Vermehrung durch andere gametophytische Zellen, spricht man von Apogamie anstatt von Parthenogenese.
Viviparie
- Allg: Lebendgebärung. Bei Pflanzen werden zwei Formen der Viviparie unterschieden: Bei der Viviparie im engeren Sinne erfolgt die Keimung der Samen an der Mutterpflanze. Eine solche Form der "echten" Viviparie findet sich z.B. bei vielen Mangrovenarten, etwa bei den Rhizophoraceae, wo die einsamigen Früchte auf der Mutterpflanze auskeimen und nach dem Herunterfallen anwachsen. Bei der Viviparie im weiteren Sinne erfolgt die Bildung von Fortpflanzungskörpern (mehrzellige Bulbillen) anstelle von Blüten, z.B "unechte" Viviparie bei Poa bulbosa f. viviparia, deren Deckspelzen zu Laubblättern auswachsen und nach Abfallen von der Mutterpflanze wieder zu ganzen Pflanzen heranwachsen.
Anisogamie, Adj. anisogam
- Fortpflanzung durch Gameten unterschiedlicher Morphologie, z.B. unterschiedliche Grösse oder Mobilität
Isogamie, Adj. isogam
- Fortpflanzung durch bewegliche Gameten gleicher Morphologie, jedoch physiologische Unterscheidung in sog. + und - Typen möglich (physiologische Anisogamie)
Oogamie
- Spezialfall der Anisogamie. Fortpflanzung durch Kopulation eines Spermatozoiden und eines grossen, unbeweglichen im Mutterorganismus sitzenden Gametens, der sog. Eizelle
Gametangium
- Ort/Organ der Gametenbildung
Oogonium
- Gametangium, d.h. Ort/Organ der Bildung der weiblichen Gameten
Archegonium
- Oogonium der Bryophyta (Moose) und Pteridophyta (Farne), in dem ein einzelnes Ei gebildet wird und das von einer vielzelligen Wand umgeben ist, im Gegensatz zu den Oogonien der eukaryotischen Algae (Algen)
Karpogonium
- Spezielles weibliches Gametangium, d.h. Ort/Organ der Bildung der weiblichen Gameten bei den Rhodophyta (Rotalgen)
Spermatangium
- Gametangium, d.h. Ort/Organ der Bildung von unbegeisselten, männlichen Gameten
Spermatogonium
- Gametangium, d.h. Ort/Organ der Bildung von begeisselten männlichen Gameten
Antheridium
- Gametangium der Bryophyta (Moose) und Pteridophyta (Farne), in dem die männlichen Gameten gebildet werden und das von einer vielzelligen Wand umgeben ist, im Gegensatz zu den Spermatogonien bzw. Spermatangien der Algen
Spermatozoid
- Kleiner, begeisselter (dadurch beweglich), meist als "männlich" bezeichneter Gamet, auch Spermie
Spermie
- Kleiner, begeisselter (dadurch beweglich), meist als "männlich" bezeichneter Gamet, auch Spermatozoid
Spermazelle
- Kleiner, unbegeisselter (dadurch unbeweglicher), meist als "männlich" bezeichneter Gamet, auch Spermatie
Spermatie
- Kleiner, unbegeisselter (dadurch unbeweglicher), meist als "männlich" bezeichneter Gamet, auch Spermazelle
Isosporie
- Ausbildung morphologisch gleichartiger Sporen
Heterosporie
- Ausbildung von morphologisch unterschiedlichen Sporen, s.a. Mikrospore u. Megaspore
Spore
- Spezielle, einzellige, vegetative Fortpflanzungseinheiten, auch als Agamet bezeichnet. Siehe Agamet auch für weitere Unterscheidungskriterien der Sporen.
Mitospore
- Aus mitotischer Teilung hervorgegangene Spore. Zu den Mitosporen zählen z.B. die Conidiosporen vieler Mycota (Pilze).
Meiospore
- Aus meiotischer Teilung hervorgegangene Spore
Endospore
- Im "Inneren", z.B. eines Sporangiums gebildete Sporen, siehe aber auch bakterielle Endosporen
Exospore
- An aussenliegendem Gewebe/Zellen gebildete Sporen, zu diesen zählen bspw. die Conidiosporen, siehe aber auch bakterielle Exosporen
Aplanospore
- Unbegeisselte Spore, im Gegensatz zur Planospore
Planospore
- Begeisselte Spore, auch Zoospore, im Gegensatz zur Aplanospore
Zoospore
- Begeisselte Spore, auch Planospore, im Gegensatz zur Aplanospore
Mikrospore
- Kleine, auch als männlich bezeichnete Spore, insbesondere bei den Spermatophyta (Samenpflanzen), aus denen der männliche Gametophyt entsteht
Megaspore
- Grosse, auch als weiblich bezeichnete Spore, insbesondere bei den Spermatophyta (Samenpflanzen), aus der der weibliche Gametophyt entsteht
Sporangium
- "Sporenbehäter", d.h. Organ/Gewebe, welches die Sporen bildet bzw. umhüllt
Meiosporangium
- Bildungsort der Meiosporen
Mitosporangium
- Bildungsort der Mitosporen
Mikrosporangium
- Bildungsort der Mikrosporen
Megasporangium
- Bildungsort der Megasporen
Sporophyll
- "Sporenblatt", d.h. Blatt der Kormophyten, welches Sporangien ausbildet
Mikrosporophyll
- "Sporenblatt", d.h. Blatt der Kormophyten, welches Mikrosporangien ausbildet
Megasporophyll
- "Sporenblatt", d.h. Blatt der Kormophyten, welches Megasporangien ausbildet
Trophophyll
- "Nährblatt", d.h. steriles Blatt der Kormophyten, welches Photosynthese betreibt und keine Sporangien trägt
Chore
- Ausbreitungseinheit, dies sind i.d.R. Samen, können aber auch vegetative Pflanzenteile oder ganze Pflanzen sein, s.a. Diaspore
Polychorie
- Ausbreitung der Choren auf verschiedene Art und Weise, z.B. durch Anemochorie und Zoochorie
Anemochorie, Adj. anemochor
- Windausbreitung der Choren
Zoochorie, Adj. zoochor
- Tierausbreitung der Choren
Hydrochorie, Adj. hydrochor
- Wasserausbreitung der Choren, , z.B. bei Cocos nucifera (Kokospalme, "Kokosnuss")
Anemophilie, Adj. anemophil
- Windblütigkeit bei den Spermatophyta (Samenpflanzen), auch als Anemogamie bezeichnet. D.h. die Ausbreitung der Bestäubungseinheiten (Pollen) erfolgt durch den Wind. Anemophilie findet sich v.a. bei den Gymnospermae (Nacktsamern).
Zoophilie, Adj. zoophil
- Tierblütigkeit bei den Spermatophyten (Samenpflanzen), d.h. die Ausbreitung der Bestäubungseinheiten und die Bestäubung (Pollination) erfolgt überwiegend (d.h. zu mehr als 50%) durch tierische Organismen. Synonym wird auch der Begriff Zoogamie verwendet. Generell zeichnen sich zoophile Blüten durch Ausildung entsprechender Lockstoffe (Nektar, Duft) und Reizsignale (Farben, Duft) aus. Zoophilie findet sich hpts. bei den Angiospermae (Bedecktsamer) und es werden Pflanzen, bzw. deren Blüten, die von vielen verschiedenen Tierarten bestäubt werden können, als polyphil, solche die von nur einigen Arten bestäubt werden, als oligophil und diejenigen Arten, die nur durch eine einzige Art bestäubt werden können, als monophil bezeichnet. Ferner lässt sich je nach der hpts. bestäubenden Tiergruppe verschiedene Formen der Zoophilie unterscheiden, wie die Entomophilie (Insekten), mit der Cantarophilie (Käfer), Myophilie (Fliegen), Melittophilie (Bienen), Psychophilie (Tagfalter) oder der Sphingophilie (Nachtfalter) bzw. Phalaenophilie (Motten), sowie der Ornithophilie (Vögel) und der Chiropterophilie (Fledermäuse). Entsprechend dieser Bestäubungsmechanismen werden die Blumen dieser Pflanzen dann auch als Käfer- oder Bienenblumen usw. bezeichnet. Die Entwicklung dieser verschiedenen Bestäubungstypen ist ein Paradebeispiel für die Mechanismen der Koevolution, da meist sowohl die Blüten als auch deren bestäubende Tierarten ausserordentliche Anpassungen zur Optimierung der wechselseitigen Beziehung aufweisen, die i.d.R. um so weiter fortgeschritten ist, je höher der Grad der Spezialisierung ausgebildet ist.
Hydrophilie, Adj. hydrophil
- Wasserblütigkeit, d.h. Ausbreitung der Bestäubungseinheiten (Bestäubung, Pollination) erfolgt durch Wasser, insb. bei den Hydrophyten, wie etwa bei dem Seegras Thalassodendron ciliatum. Synonym wird auch der Begriff Hydrogamie verwendet.
Flagelliflorie
- Fledermausblütigkeit, also die Bestäubung (Pollination) von Pflanzen durch Fledermäuse, was v.a. in den Tropen eine verbreitete Form der Bestäubung ist und mit entsprechenden Anpassungen der Blütenformen und des Nektarangebots einhergeht. Synonym wird auch der Begriff Chiropterophilie verwendet.
Chiropterophilie, Adj. chiropterophil
- im Zusammenhang mit der Zoophilie (Tierblütigkeit) werden Pflanzen, bzw. deren Blüten, die von Fledermäusen bestäubt werden, als chiropterophil bezeichnet. Synonym dazu wird auch der Begriff Flagelliflorie verwendet.
Anemogamie, Adj. anemogam
- s. Anemophilie
Zoogamie, Adj. zoogam
- s. Zoophilie
Hydrogamie, Adj. hydrogam
- synonym zu Hydrophilie verwendeter Begriff
Pollination
- Bestäubung, d.h. Übertragung der Pollen zur weiblichen Blüte
Diaspore
- Ausbreitungsbiologisch-funktionelle Einheit, also bei den Spermatophyta (Samenpflanzen) der Samen bzw.die Frucht, s.a. Chore

Ernährung und Lebensformen

autotroph
- "Selbsternährung", Kohlenstoffquelle ist Kohlendioxid, d.h. Synthese der organischen Substanz aus anorganischem CO2, je nach Energiequelle wird zwischen phototrophen und chemotrophen Organismen unterschieden
heterotroph
- Kohlenstoffquellen sind organische Verbindungen, d.h. Ernährung durch Dissimilation (Veratmung) aufgenommener, durch autotrophe Organismen bereitgestellter, organischer Substanz, je nach Herkunft der organischen Verbindungen wird bei den Pflanzen im weitesten Sinne zwischen Saprophyten und Parasiten unterschieden
chemotroph
- Ernährung durch Synthese organischer Substanz unter Verwendung von Energie aus der Oxidation anorganischer Substrate, einige Eu- und Archaebakterien
phototroph
- Ernährung durch Synthese organischer Substanz unter Verwendung von Lichtenergie, bei einigen Eubacteriota, Cyanobacteriota, (fast allen) Eukaryotischen Algen, Embryophyta
lithotroph
- Ernährung unter Verwendung von Elektronendonatoren anorganischer Substrate, z.B. H2S bei purpunen Schwefelbakterien
organotroph
- Ernährung unter Verwendung von Elektronendonatoren organischer Substrate, z.B. bei Purpurbakterien
carnivor
- "Tierfresser", d.h. Ernährung durch lebende tierische Substanz
herbivor
- "Pflanzenfresser", d.h. Ernährung durch lebende pflanzliche Substanz
saprovor
- "Abfallfresser", d.h. Ernährung durch tote organische Substanz
Saprophyt
- Heterotrophe Ernährung und Lebensweise durch Abbau von totem, organisch-pflanzlichen Material
Parasitismus
- Heterotrophe Ernährung durch Dissimilation organischer Substanz lebender Organismen
Endoparasitismus
- Parasitische Lebensweise im Innern eines Wirtsorganismus
Haustorie
- In die Wirtszellen eindringende Kontaktorgane parasitierender Organismen
Destruent
- "Zersetzer", Ernährung durch Abbau bzw. Zersetzung von totem pflanzlichen oder tierischem Material
Symbiose
- Lebensweise zweier oder mehrer Organismen zum gegenseitigen Nutzen, bis hin zur totalen gegenseitigen Abhängigkeit, z.B. Lichenes
Endosymbiose
- Intrazelluläre Symbiose, auch Vorgang in der Endosymbiontentheorie, in dem davon ausgegangen wird, dass die Mitochondrien und Plastiden der Eukaryota aus einer Symbiose zwischen einem einzelligen Wirtsorganismus und einem phagozytierten Einzeller hervorgegangen sind
anoxygen
- Nichtentstehung von Sauerstoff, z.B. anoxygene Photosynthese bei einigen Cyanobacteriota
oxygen
- Enstehung von Sauerstoff, z.B. bei der Photosynthese aller Chlorobionta
anaerob
- Physiologische Bedingung, in der Sauerstoff in der Umgebung nicht vorhanden ist (Sauerstoffmangelbedingungen)
aerob
- Physiologische Bedingung, in der Sauerstoff in der Umgebung vorhanden ist
Phanerophyt
- Frostresistente Holzgewächse, deren Sprossknospen oberhalb der Schneedecke üebrwintern
Therophyt
- Pflanzen ohne ausdauernde Sprosse, die als Samen überwintern, also v.a. annuelle und bienne Kräuter
Geophyt
- s. Cryptophyt
Cryptophyt
- Pflanzen mit unterirdischen Achsenorganen, auch als Geophyten bezeichnet, man unterscheidet Zwiebel- oder Rhizomgeophyten
Hemicryptophyt
- Zwischenstufe zwischen Cryptophyten u. Chamaephyten, deren Erneuerungsknospen unmittelbar an der Erdoberfläche liegen, viele Gräser, Rosettenpflanzen, wie der Löwenzahn o. der Wegerich, Schaftpflanzen wie Brennessel oder Ausläufergewächse, wie Erdbeere oder Kriechender Hahnenfuss zählen zu ihnen
Chamaephyt
- Halb- u. Zwergsträucher, die ihre Erneuerungsknospen knapp über dem Boden tragen und somit unter der Schneedecke überwintern, zu diesen zählen auch die Polsterpflanzen
Epiphyt
- Pflanzen die auf anderen Pflanzen ihren Lebensraum haben, z.B. viele tropische Orchidaceae (Orchideen) und Pteridophyta (Farne)
Plankton
- Freischwebende, nicht zur aktiven Bewegung befähigte Organismen des Pelagials
Phytoplankton
- Pfanzliches Plankton
Zooplankton
- Tierisches Plankton
Nekton
- Zur aktiven Bewegung befähigten Organismen des Pelagials
Archäophyt
- Eingewanderte Pflanzen aus prähistorischer Zeit, z.B. Papaver rhoeas (Klatschmohn) oder Isatis tinctoria (Färberwaid, Pastel, Deutsche Indigo)
Neophyt
- Eingewanderte Pflanzen aus historischer Zeit, z.B. Senecio vernalis (Frühlingsgreiskraut)
Adventivpflanze
- Nicht-einheimische Pflanzen, die sich z.B. in der Nähe von Häfen ansiedeln und meist nach einiger Zeit wieder verschwinden
Reliktpflanze
- Pflanzen ehemaliger grosser Verbreitung mit heute extremen Standorten und disjunktem Areal
Ruderalpflanze
- Nitrophile Pflanzen, die Standorte menschlicher Einwirkung (z.B. durch Dünger) bevorzugen, z.B. Urtica (Brennesseln)
Xerophyt
- An trockene Standorte angepasste Pflanzen, z.B. durch Sukkulenz
poikilohydrisch
- Pflanzen, deren Wasserhaushalt durch die Umgebung bestimmt wird, daher rührt auch eine Austrocknungstoleranz, meist mit Bildung spezieller organischer Verbindungen, z.B. das Fucoxanthin der Phaeophyceae (Braunalgen), oder spezieller zellulärer Strukturen, z.B. die Cuticula der Cormophyten. Im Gegensatz zu poikilohydrischen Arten stehen homoiohydrischen Pflanzen.
homoiohydrisch
- Homoihydrische Pflanzen sind Pflanzen, die ihren Wasserhaushalt selbst regulieren, was meist auf die Mehrzahl aller Landpflanzen zutrifft. Sie besitzen i.d.R., abgesehen von speziellen Anpassungen, keine besondere Austrocknungstoleranz.

Ökologie und Geobotanik

Areal
- Das Verbreitungsgebiet (Summe der Fundorte) eines Taxons (z.B. Art, Familie)
Flora
- Die Summe der Arten eines Gebietes
Kontinuum
- In der Geobotanik: Räumlich zusammenhängendes Areal
Disjunktion
- Das Auftreten einer Art in räumlich nicht zusammenhängenden Arealen
sympatrisch
- Verbreitung zweier nahe verwandter Arten in sich überschneidenden Arealen
allopatrisch
- Verbreitung zweier nahe verwandter Arten in sich nicht überschneidenden Arealen
Vikarianz
- Stellvertreterarten, d.h. geographisch oder ökologisch sich gegenseitig ersetzende Taxa, z.B. die Gattung Larix (Lärche) mit 10 Arten in der Holarktis
Ubiquitisten, Ubiquitismus, ubiquitär
- Anthropogene Kosmopoliten, z.B. Urtica
Kosmopolit, Kosmopolitismus, kosmopolitisch
- Pflanzen mit weltweiter Verbreitung, z.B. Pteridium aquilinium
Endemik, endemisch
- Begrenzung des Vorkommens einer Art auf eine begrenztes Areal
Pantropie, pantropisch
- Verbreitung über die Neo- und Paläotropis
Chorologie
- Arealkunde
Zonobiom
- Klimatisch bedingte Vegetationszonen: Kältewüste, Tundra, borealer Nadelwald/Taiga, sommergrüne Laubwälder, mediterrane Hartlaubvegetation, Steppe, Halbwüste und Wüste, Savanne, Trocken- und Monsunwälder, subtropische Feuchtwälder, tropische Regenwälder
Orobiom
- Durch Höhenstufung der Gebirge (orographisch) bedingte Vegetationsformationen, wobei die Abfolge der Höhenstufen den horizontalen Vegetationszonen sehr ähnelt
Holarktis
- Florenreich der nördlichen Hemisphere
Paläotropis
- Florenreich der altweltlichen Tropen, d.h. Afrika und die asiatischen Tropen
Neotropis
- Florenreich der neuweltlichen Tropen, d.h. Südamerika umfassend
Australis
- Florenreich Australiens
Capensis
- Florenreich der Südwestspitze Afrikas
Antarktis
- Geographisch: der Kontinent Antarktis. Im Kontext der Geobotanik: das Florenreich der Antarktis
Isotherme
- Klimatologisch/Meteorologisch die vertikale oder horizontale Linie gleicher Temperatur
Isobare
- Klimatologisch/Meteorologisch die vertikale oder horizontale Linie gleichen Luftdrucks
Humidität, humid
- Feuchtigkeit
Aridität, Adj. arid
- Trockenheit
arktisch
- Geographisch: In der Arktis gelegen. Im Kontext der Geobotanik: Klimazone der Arktis, ohne Waldwuchs und mit kalten, kurzen Sommern nicht wärmer als + 10 °
boreal
- Nördliche Klimazone mit kurzen, kühlen Sommern und harten Wintern mit Temperaturen bis -20 °
nemoral
- Klimazone mit mindestens 4 Monaten Sommer mit mittleren Temperaturen über + 10 °
meridional
- Klimazone mit milden Wintern mit maximal - 10 °
tropisch
- In den Tropen gelegen, Klimazone ohne thermische Jahreszeiten
austral
- Im Kontext der Geobotanik: Klimazone der Australis, ähnlich der meridionalen
antarktisch
- Geographisch: In der Antarktis gelegen. Im Kontext der Geobotanik: Klimazone der Antarktis. Deren Bedingungen sind ähnlich der arktischen Klimazone
mediterran
- Mittelmeergebiet, vom Mittelmeer stammend (Pflanzenelemente), mittelmeergebietsartig (klimatisch)
collin
- Hügelstufe, Höhenstufe der Hügel bis ca. 500 m ¨.N.N.
montan
- Bergstufe, Höhenstufe der Berge von ca. 500 m bis ca. 1200 m ¨.N.N.
alpin
- Hochgebirgsstufe, Höhenstufe des Hochgebirges von ca. 1200 m bis ca. 2200 m über N.N., Waldgrenze ca. 1800 m über N.N., Baumgrenze ca. 2200 m über N.N.
nival
- Schneestufe, Höhenstufe des schneebedeckten Hochgebirges ab ca. 2200 m ¨.N.N.
polar
- Die Polregionen
circumpolar
- Die Umgebung der Polregionen
glazial
- Eiszeitlich
Sukzession
- Die charakteristische, zeitliche Abfolge der Pflanzenarten bei der Besiedlung eines Gebietes, die in der Klimaxvegetation gipfelt
Klimax
- Die synökologische optimale Pflanzengesellschaft eines Gebietes, z.B. Buchenwald in Mitteleuropa
Degradation
- Durch anthropogene Einflüsse veränderte Pflanzengesellgeschaft, z.B. durch Rodung, typische Degradationsvegetationen sind z.B. die mediterranen Gebüsch- (Macchie) und Heidevegetationen (Garigue)
Isolation
- Begrenzung des Areals einer Art, z.B. durch Gebirge oder Insellage
Desertifikation
- Wüstenbildung, Ausbreitung der Wüste durch anthropogene wie auch klimatische Faktoren
Fynbos
- Teil des Florenreiches Capensis mit mediterranem Klima und grosser, charakteristisch-endemischer Artenzahl
Chaparral
- Teil des Florenreiches Holarktis mit mediterranem Klima im südlichen Kalifornien
Paramo
- Charakteristische, feuchte Gras- und Heidevegetation der Tropen oberhalb der Waldgrenze
Puna
- Charakteristische, trockene Gras- und Heidevegetation der Tropen oberhalb der Waldgrenze
pontisch
- Pflanzenelemente: aus der Ukraine stammend
pannonisch
- Pflanzenelemente: aus Ungarn stammend
atlantisch
- Pflanzenelemente: aus der Atlantikregion stammend, z.B. Digitalis (Fingerhut)
Annuelle
- Einjährige Pflanzen, d.h. nach einer Vegetationsperiode und damit einmaliger Blüte sterben die Pflanzen ab
Bienne
- Zweijährige Pflanzen, d.h. in der ersten Vegetationsperiode erfolgt nur vegetatives Wachstum, in der zweiten Vegetationsperiode bilden bienne Pflanzen Blüte und Frucht und sterben danach ab
Ephemere
- Kurzlebige Pflanzen, die in Anpassung an Wüstenstandorte, nach einmaligen Regenfällen keimen und in kuzer Zeit ihren Lebenszyklus abwickeln können
Hyläa
- Regenwald
Cauliflorie
- Sprossblütigkeit, d.h. Blütenbildung am Pflanzenspross
Paläophytikum
- Erdzeitalter der Farne, Tange, Algen und Einzeller bis 240 Mio. Jahre vor unserer Zeitrechnung
Mesophytikum
- Erdzeitalter der Gymnospermen von 240 Mio. Jahre bis 100 Mio. Jahre vor unserer Zeitrechnung
Neophytikum
- Erdzeitalter der Angiospermata seit 100 Mio. Jahren
Erosion
- Abtragung und Auswaschung der nährstoffhaltigen Erdschicht durch Wind und Wasser infolge von z.B. Rodung

Prokaryota

Konjugation
- Parasexuelle Übertragung von genetischer Information bei Bakterien durch Ausbildung von Sexpilii
Transduktion
- Übertragung von genetischer Information bei Bakterien durch Bakteriophagen, z.B. T4
Transformation
- Übertragung von genetischer Information bei Bakterien durch Aufnahme von genetischem Material durch das umgebende Medium, z.B. angeregt durch elektrische Impulse x
Parasexualität
- Scheinbare sexuelle Vorgänge, hpts. bei Bakterien
Kokken
- Runde Bakterienform
Diplokokken
- Zweifache Kokken
Streptokokken
- Kettenförmige Kokken
Sarcinen
- Globuläre Aggregationen von Bakterien
Vibrionen
- Rundlich-Nierenförmige Bakterienform
Spirillen
- Mehrfach gebogene Bakterienform
Stäbchen
- Stäbchenförmige Bakterienform
Ketten
- Kettenförmige Bakterienform
Fäden
- Fadenförmige Bakterienform
Mureinsacculus
- Aus Murein und Peptiden bestehende Zellhülle/-wand der Bakterien, prinzipiell ein einziges Makromolekül
Cyste
- Durch starke Zellwandverdickung gebildete Dauerformen der Bakterien x
Akinet
- Spez. Form von mit Reservestoffen ausgestatteten Dauerzellen bei den Cyanobacteriota (Blaualgen) und einigen Chlorophyta (Grünalgen). Akineten werden aus vegetativen Zellen gebildet und zeichnen sich durch eine besonders dicke Zellwand aus
Heterocyste
- Spezielle Zellen der Cyanobacteriota, die Cellulose enthalten und zur N2-Fixierung befähigt sind
Stromatolith
- Durch Cyanobacteriota gebildete Kalkkrusten im Gezeitenbereich warmer Meere des Präkambriums
Mesosom
- Einstülpungen der Cytoplasmamembran
Chromatoplasma
- Peripheres, farbiges Plasma der Cyanobacteriota, u.a. Chlorophyll a, Carotinoide und Phycobiline enthaltend
Centroplasma
- Zentrales, farbloses Plasma der Cyanobacteriota, die genetische Information enthaltend und auch als Kernäquivalent bezeichnet
Carboxysom
- Membranumschlossene organellenartige Strukturen der Cyanobacteriota, die Ribulosebisphophat-Carboxylase enthalten, ein wichtiges Enzym der CO2-Fixierung
Cyanelle
- Endosymbiontisch in farblosen Flagellata lebende Cyanobacteriota, die in der Anfangszeit der Lichtmikroskopie als eigene Organellen galten
Auxozygote
- s. Auxozygote
Stigma
- s. Stigma

Mycota - Pilze

Hyphe
- Zellfäden hyphaler Entwicklungsstufe
Mycel
- System aus verzweigten Hyphen, den Vegetationskörper der Eumycota (Echte Pilze) bildend
Mykorrhiza
- Wurzelsymbiose von Kormophyten (Sprosspflanzen) und Mycobionta (Pilze), bei der die Pilze den Pflanzen Phosphate und andere mineralische Nährstoffe bereitstellen und im Gegenzug von diesen mit Kohlenhydraten versorgt werden, z.B. bei vielen Gymnospermae. Man unterscheidet ektotrophe und endotrophe Mykorrhiza
ektotroph
- Mykorrhiza, bei der die Hyphen des symbiontischen Pilzes nicht in die Wurzelzellen der Pflanzen eindringen, sondern diese nur umschliessen
endotroph
- Mykorrhiza, bei der die Hyphen des symbiontischen Pilzes in die Wurzelzellen der Pflanzen eindringen, z.B. bei den Orchidales
Porus
- Öffnung der Zellwand durch die die Verbindung benachbarter Protoplasten in den Hyphen der Eumycota, insbesondere bei den Ascomycetes, aufrechterhalten bleibt, s.a. Doliporus
Doliporus
- Sonderform des Porus bei den Basidiomycetes
Conidium
- Sonderform von (mitotisch entstandenen) Exosporen, die an besonderen Ausläfern der Hyphen, den Conidienträgern bestehend aus Metulae und Phialiden, abgeschnürt werden
Phialide
- Die Conidien bildenden Zellen
Metula
- Besondere Zellen des Conidienträgers, die auf die Rami folgen und den Phialiden vorausgehen
Ramus
- Besondere Zellen des Conidienträgers, die den Metulae vorausgehen
Mykose
- Durch Pilzbefall hervorgerufene Krankheit, z.B. Candida oder Fusspilz
Hymenium
- Exponierter, sporogener Teil des Fruchtkörpers, der bei den Ascomycetes aus den Asci und Paraphysen und bei den Basidiomycetes aus Basidien und Cystiden besteht
Subhymenium
- Unterhalb bzw. basal des Hymeniums liegende Hyphenschicht
Hymenophor
- Hymeniumstragende Flächen (zur Oberflächenvergrösserung) der Basidiomycetes
gastroid
- Fruchtkörper mit innen gebildeten Basidien
Basidie
- Meiosporangium der Basidiomycota (Ständerpilze)
Sterigma
- Ausläufer der Basidien an denen die Basidiosporen gebildet werden
Basidiospore
- Von der Basidie der Basidiomycota (Ständerpilze) gebildete Spore
Cystide
- Sterile Endhyphe des Hymeniums bei den Basidiomycetes
Velum
- Umhüllung der in Hut und Stiel gegliederten Fruchtkörper einiger Basidiomycetes, man unterscheidet Velum partiale, nur den Hut und einen Teil des Stiels umhüllend und Velum universale, den ganzen Fruchtkörper umhüllend, bei Fruchtreife reissen die Veli, charakteristische Strukturen bildend, auf, s.a. Volva, Armilla, Cortina
Armilla
- Ring um den Stiel eines reifen Fruchtkörpers eines Basidiomyceten, Reststruktur des Velum partiale
Cortina
- Schleier, den Stiel und Hut des reifen Fruchtkörpers eines Basidiomyceten verbindend, Reststruktur des Velum partiale
Volva
- Scheidenörmige Hülle am Stielgrund des reifen Fruchtkörpers eines Basidiomyceten, Reststruktur des Velum universale
Trama
- Das Fruchtkörpergeflecht der Basidiomycetes bildende Hyphen
Peridie
- Fruchtkörperhülle der gastroide Fruchtkörper bildenden Basidiomycetes
Endoperidie
- Innere Hülle bei Fruchtkörpern der Basidiomycetes mit doppelter Peridie
Exoperidie
- Ässere Hülle bei Fruchtkörpern der Basidiomycetes mit doppelter Peridie
Peridiole
- Verbreitung von Glebabereichen des Fruchtkörpers als ganze Einheiten bei den Nidulariales
Gleba
- Die Innenmasse der aus Basidiosporen und Hyphen bestehenden Fruchtkörper der gastroide Fruchtkörper entwickelnden Basidiomycetes
Ascus
- Schlauchförmiges Meiosporangium der Ascomycetes (Schlauchpilze)
Ascogon
- Vielkerniges 'weibliches' Gametangium der Ascomycetes (Schlauchpilze)
Trichogyne
- Vielkerniger Fortsatz des Ascogons, das die generativen Kerne des Antheridium bei der Gametangiogamie
Ascospore
- Im Ascus der Ascomycetes (Schlauchpilze) gebildete Spore
Kleistothecium
- Kugelförmig geschlossener Fruchtkörper der Ascomycetes
Perithecium
- Flaschenförmiger Fruchtkörper mit Öffnung der Ascomycetes des ascohymenialen Entwicklungstyps
Pseudothecium
- Flaschenförmiger Fruchtkörper mit Öffnung der Ascomycetes des ascoloculären Entwicklungstyps
Apothecium
- Schüsselförmig offener Fruchtkörper der Mycota (Pilze)
Receptaculum
- Streckungsfähige Elemente zur Hebung der Sporenmassen bei den Basidiomycetes

Lichenes - Flechten

Isidie
- Leicht abbrechende Thalluswucherungen, , die zur vegetativen Fortpflanzung der Lichenes dienen
Soredie
- Mit Pilzhyphen umsponnene Algengruppen, die zur vegetativen Fortpflanzung der Lichenes dienen
Rhizine
- Pilzhyphen zur Verankerung der Lichenes
Mycobiont
- Symbiontischer Pilz der Lichenes, meist ein Ascomycet
Phycobiont
- Symbiontische Alge der Lichenes, meist ein Cyanobacteriot oder eine Chlorophycea
heteromer
- Differenzierter Thallus der Lichenes, d.h. mit ungleichmässiger Verteilung von Mycobiont und Phycobiont
homöomer
- Gleichmässige Verteilung von Mycobiont und Phycobiont im Thallus der Lichenes

Eukaryotische Algen

Algen, Algae
- Heterogen zusammengesetzte Gruppe von überwiegend aquatischen, photosynthetisierenden Organismen. Zu den Algen werden sowohl die prokaryotischen Cyanobacteriota (Blaualgen), wie auch zahlreiche eukaryotische Gruppen, wie die Rhodophyta (Rotalgen), die Heterokontophyta u.a. mit den Bacillariophyceae (Diatomeen, Kieselalgen) und Phaeophyceae (Braunalgen), die Dinophyta oder die Chlorophyta (Grünalgen) gezählt.
Zooxanthelle
- Bezeichnung für symbiontisch mit Korallen lebende Dinophyta
Coccolith
- Kalkplättchen an der Zelloberfläche der Haptophyta
Epitheka
- Oberer Kieselsäurepanzer der Bacillariophyceae
Hypotheka
- Unterer Kieselsäurepanzer der Bacillariophyceae
Xanthophyll
- Farbgebende (braun/rot), sauerstoffhaltige Derivate der Carotinoide, darunter das Fucoxanthin der Phaeophyceae, das als akzessorisches Pigment des Chlorophyll a dient und dem anti-oxidative Wirkung zugeschrieben wird
Pleura
- Seitenflächen der Kieselsäurepanzer der Bacillariophyceae, unterteilt in Hypo-(untere) und Epipleura (obere)
Valva
- Randflächen der Kieselsäurepanzer der Bacillariophyceae, unterteilt in Hypo-(untere) und Epivalva (obere)
Raphe
- Spalt im Kieselsäurepanzer der Bacillariophyceae, mittels dessen sich durch Plasmalemmabewegung und Schleimabsonderung die Bacillariophyceae kriechend fortbewegen können
Cauloid
- s. Cauloid
Phylloid
- s. Phylloid
Rhizoid
- s. Rhizoid
Haptere
- Haftkrallen des Cauloids der Phaeophyceae
Phaeoplast
- Durch Fucoxanthin braun gefärbte Chromatophoren der Phaeophyceae
Meristoderm
- Abschlussgewebe des Cauloids der Phaeophyceae
Cortex
- Rinde des Cauloids der Phaeophyceae
Medulla
- Mark des Cauloids der Phaeophyceae
Konzeptakel
- Krugförmige Einsenkungen am Ende des Phylloids, die Gametangien enthaltend
Rezeptakel
- Endständige Verdickungen aus des Phylloids Konzeptakeln bei einigen Fucus-Arten
Hypnozygote
- s. Hypnozygote
Papille
- Verdickung der Zellwand am Ansatz der Geisseln, z.B. bei Chlamydomonas
Isthmus
- Einschnürung des Zellkörpers, z.B. bei Micrasterias radiata
Sinus
- Freiliegender Zwischenraum des Isthmus

Bryophyta - Moospflanzen

Cauloid
- s. Cauloid
Phylloid
- s. Phylloid
Rhizoid
- s. Rhizoid
Sporogon
- Der auf dem Gametophyt wachsende und von diesem ernährte Sporophyt der Bryophyta
Elatere
- Sterile Schwesterzellen der Sporen der Marchantiopsida (Lebermoose), die der Ausbreitung dienlich sind, z.T. hygroskopisch beweglich
Epiphyllie
- Auf den Blättern höherer Pflanzen wachsende Moose, v.a. in den Tropen
Columella
- Steriles Gewebe ("säulchenartig") der Sporogonkapsel, welches als Nährstoffzuleiter und Wasserspeicher für die sich entwickelnden Sporen dient
thallos
- Organisationsform der Marchantiopsida ohne Blättchenausbildung (thallose Lebermoose)
folios
- Organisationsform der Marchantiopsida mit Blättchenausbildung (foliose Lebermoose)
Seta
- Stengel des Sporophyten der Bryophyta
Chlorozyte
- Mit Chloroplasten besetzte, photosynthetisierende Zellen der Sphagnidae (Torfmoose)
Hyalozyte
- Grosse, wasserspeichernde, mit festigenden Spiralfasern aus Zellwandmaterial, ausgestattete Zellen der Sphagnidae (Torfmoose)
Pseudopodium
- s. Pseudopodium
Perichaetium, perichaetial
- Spezielle Hüllblätter der Gametangien der Bryophyta
Peristom
- Von zellulären "Zähnen" gebildete Öffnung der Sporenkapsel der Bryopsida, die durch hygroskopische Bewegungen in der Lage ist, die Ausstreuung der Sporen witterungsabhängig zu steuern
Protonema
- Von den auskeimenden Sporen gebildeter, flächig-fädiger "Vorkeimer" aus dem sich der Thallus des Gametophyten entwickelt
Archespor
- Sporogenes, d.h. sporenbildendes, Gewebe des Sporogons im Inneren der Sporogonkapsel
Calyptra
- s. Calyptra
Vaginula
- Unterer Teil der beim Wachstum des Sporophyten zerreissenden Embryotheca
Haustorium
- Sporogonfuss des im Gametophyten verankerten Sporophyten, der als Saugorgan dient
Embryotheca
- Hülle des embryonalen Sporophyten, zereisst beim Wachstum in Calyptra und Vaginula
pleurokarp
- Organisationsform der Bryopsida (Laubmoose), bei der die Cauloide waagerecht wachsen und die Sporogonkapsel an kurzen Seitenzweigen ausbilden
akrokarp
- Organisationsform der Bryopsida (Laubmoose), bei der die Cauloide aufrecht wachsen und endständig die Sporogonkapsel ausbilden
Hydroid
- Spezialisierte, langgestreckte, unverholzte, tote Zellen der Bryopsida, die der Wasserleitung dienen
Leptoid
- Spezialisierte, langgestreckte, unverholzte, verdickte Zellen der Bryopsida (Laubmoose), die dem Transport von Assimilaten dienen

Pteridophyta - Farnpflanzen

Prothallium
- Gametophyt der Pteridophyta
Mikroprothallium
- Gametophyt der Pteridophyta aus einer Mikrospore entstehend, z.B. bei Selaginella (Moosfarn)
Megaprothallium
- Gametophyt der Pteridophyta Megaspore entstehend, z.B. bei Selaginella (Moosfarn)
Anulus
- Hüllzellen des Sporangiums der Pteridophyta (Farne), die mit Hilfe von Kohäsionsmechanismen des Wassers der Sporenausbreitung dienen
Stomium
- Schliess- und Auswurfzellen des Anulus
Sorus
- In Gruppen, meist an der Blattunterseite zusammenstehende Sporangien der Pteridophyta
Indusium
- Schützendes "Abdeckungsgewebe" (Schleier) der Sporangien der Pteridophyta
Ligula
- Kleine Schuppe an den Blättchen der Selaginellaceae (Moosfarne), die zur schnellen Wasseraufnahme befäigt ist
eusporangiat
- Mehrschichtige Sporangienwand, insb. Unterscheidungsmerkmal der Pteridophyta
leptosporangiat
- Einschichtige Sporangienwand, insb. Unterscheidungsmerkmal der Pteridophyta
Synangium
- s. Synangium

Spermatophyta

Auxine
- Klasse von Phytohormonen, die das Streckungswachstum und die apikale Dominanz bedingen
Akrotonie
- Wuchsform der Bäme, bei der sich die terminalen Knospen und ässeren Seitenknospen in ihrem Wachstum am stärksten entwickelen, im Gegensatz zur basotonen Wuchsform der Strächer
Basotonie
- Wuchsform der Strächer, bei der sich die basalen Knospen und Seitentriebe in ihrem Wachstum am stärksten entwickeln und meist ein sog. Xylopodium ausbilden, im Gegensatz zur stammbildenden, akrotonen Wuchsform der Bäume
Brassinosteroide
- Gruppe von ca. 60, chem. miteinander verwandten, Phytohormonen, wie z.B. das Brassinolid (BL), die aus Derivaten von Steroid-Lactonen bestehen. Die Brassinosteroide, abgekürzt BR, leiten sich aus dem Terpenoid-Stoffwechsel ab und werden aus Vorläufermolekülen wie Squalen oder Campestrol in den Chloroplasten synthetisiert. Sie wirken allgemein als Wachstumshormone, die die Zellteilung im Spross, das Wurzelwachstum, insb. von lateralen Seitenwurzeln, die Differenzierung zu Xylemgewebe, die Keimung, sowie das Stamenwachstum und die Pollenschlauchentwicklung fördern. Die Brassinosteroide wirken über sog. BR-Rezeptoren. Dies sind Transmembranrezeptoren, die extrazellulär eine Bindungstelle für die Brassinosteroide, sowie eine leucinreiche Region (engl. leucine rich region, abgek. LRR) aufweisen und intrazellulär eine Kinase-Domäne besitzen. Im inaktiven Zustand liegt der BR-Rezeptor als Homooligomer vor, während nach Bindung von Brassinosteroiden eine Umlagerung zu einem Heterodimer erfolgt, was zu einer veränderten Genregulation durch Phosphorylierung bestimmter Transkriptionsfaktoren führt.
Calyx
- Blütenkelch
Corolla
- Blütenkrone
Perianth
- Blütenhülle, doppeltes Perianth in Calyx und Petalen aufgeteilt und einfaches Perianth nur aus Tepalen bestehend
Sepalen
- Kelchblätter der Perianths
Petalen
- Kronblätter des doppelten Perianths
Perigon
- Einfaches, einheitliches Perianth>, aus Tepalen bestehend
Tepalen
- Glieder bzw. Blätter des Perigons
Gynoeceum, Pl. Gynoeceen
- Gesamtheit aller Fruchtblätter mit den daran befindlichen Samenanlagen bei einer Blüte der Spermatophyta (Samenpflanzen).
Gynostemium
- Besondere Bildung bei den Orchidaceae, bei der das einzige bzw. die beiden einzigen fertilen Staublätter (Stamina) mit der Narbe und dem Griffel des Fruchtknotens zu einer säulenförmigen Struktur ("Säulchen") verwachsen sind.
Pistill
- Coenokarpes Gynoeceum, auch als Stempel bezeichnet
Stylus
- Griffel, gestreckter, steriler Teil des Carpelle des Gynoeceums
Ovar
- Fruchtknoten, die Samenanlagen des Gynoeceums enthaltend
Funiculus
- Stielzone der Samenanlage der Spermatophyta
Hilum
- Abbruchstelle (Nabel) des Funiculus am reifen Samen der Spermatophyta
Chalaza
- Basalregion (Embryosackbasis) der Samenanlage der Spermatophyta
Integument
- Hüllen (1-2), einhüllendes Gewebe der Samenanlage der Spermatophyta, während der Samenreifung die Testa ausbildend
Mikropyle
- Durch die Integumente gebildeter Zugang (Nucellusscheitel) zu der Samenanlage der Spermatophyta, an dem die Befruchtung durch die Pollen bzw. Pollenschläuche stattfindet
Testa
- Samenschale, die aus den Integumenten gebildet wird und im Falle von doppelten Integumenten u.U. in Sclerotesta und Sarcotesta unterteilt ist
Sclerotesta
- Innere harte Samenschale bei den Angiospermata
Sarcotesta
- Äussere weiche, fleischige Samenschale der Angiospermata
Radicula
- Hauptwurzelanlage des Embryos der Spermatophyta
Nucellus
- Gewebekern der Samenanlage der Spermatophyta in dem sich Embryosackmutterzelle zu Embryosackzellen, die Megasporen enstsprechen, ausbilden, somit entspricht der Nucellus fortpflanzungsbiologisch einem Megasporangium
Endosperm
- Nährgewebe des Embryos im Samen, entsteht bei den ursprünglichen Gymnospermae vor der Befruchtung und ist haploid und bei den Angiospermae nach der Befruchtung und ist dann triploid
Arillus
- Samenmantel, reduzierte Sarcotesta, z.B. der rote, ungiftige Samenmantel der Taxus baccata (Eibe)
Caruncula
- Reduzierter Arillus, der als nährstoffhaltiges Samenanhängsel eine wichtige Rolle bei der Ausbreitung durch Ameisen spielt
Stigma
- s. Stigma
Andröceum
- Die Gesamtheit aller Stamina (Staubblätter)
Stamen, Pl. Stamina
- Staubblatt
Staminodium, Pl. Staminodien
- steriles Staubblatt. Häufig geht die Sterilität des Staubblattes mit einer abgewandelten Funktion einher, in der die Staminodien zu Nektar- oder Kronblättern umgewandelt sind.
Anthere
- Staubbeutel, u.U. aus mehreren Pollensäcken bestehend
Konnektiv
- Steriler Teil des Filaments mit dem die Staubbeutel des Stamen untereinander verbunden sind
Theka
- Pollensackgruppe, entspricht einem bisporangiaten Synangium
Filament
- Staubfaden, Stengel der Antheren tragenden Stamina
Pollinarium, Pl. Pollinarien
- Besondere Bildung von Antheren, die dazu dient mehrere bis tausende Pollen auf einmal auf den Bestäber (z.B. ein Insekt) zu übertragen. Pollinarien finden sich v.a. bei den Orchidaceae (Orchideen), wo ein ein als Pollinium bezeichnetes Pollenpaket auf einem Stielchen (Caudicula) sitzt, das in einen Klebkörper ausläuft. Wird die Blüte von einem Bestäuber besucht, bleibt das Pollinarium durch den Klebkörper an diesem haften und wird so zur nächsten Blüte übertragen. Dieser Mechanismus ermöglicht diesen Orchideen die Pollination und anschliessende Befruchtung von Tausenden von Samenanlagen durch einen einzigen Bestäubungsvorgang.
Pollinium, Pl. Pollinien
- ein aus mehreren bis tausenden von Pollen bestehendes Pollenpaket. Pollinien sind Bestandteil der sog. Pollinarien, einer besonderen Bildung der Antheren, die sich v.a. bei vielen Orchidaceae (Orchideen) findet und der Übertragung vieler Pollen auf einmal dient.
Caudicula, Pl. Caudiculae
- "Stielchen", ein zusätzliche Bildung der Antheren bei vielen Orchidaceae (Orchideen), die zusammen mit dem sog. Rostellum zur Ausbreitung der Pollen als Pollinarium beiträgt.
Rostellum
- Klebkörper, eine zusätzliche Bildung der Antheren bei den Orchidaceae (Orchideen), die zusammen mit der sog. Caudicula dazu beitragen, dass die Pollen als Pollinarium (Pollenpaket) übertragen werden.
Apertur
- Keimstellen des Pollenkorns, bei denen die Exine des Sporoderms zurücktritt und die Intine hervortritt, so dass durch diese vorgeformten Öffnungen nach erfolgter Pollination der Pollenschlauch auswächst. Ursprüngliche Aperturen sind langgestreckte Keimfalten, bei weiterer Differenzierung runden sich die Keimfalten ab und werden nun als Poren bezeichnet. Anhand ihrer Lage am Pollenkorn lassen sich Keimfalten und Poren in weitere Typen differenzieren: sulcate, colpate, porate, ulcerate und colporate Pollenkörner. Fehlen Aperturen, so werden diese Pollenkörner als inaperturat bezeichnet. Die Form und Lage der Aperturen spielt eine Rolle bei der taxonomischen Klassifikation der Spermatophyta und in der Palynologie
monosulcat
- Einfurchiges Pollenkorn der Angiospermata, taxonomisches Merkmal der Magnoliophytina
trisulcat
- Dreifurchiges Pollenkorn der Angiospermata, taxonomisches Merkmal der Rosophytina
Hypocotyl
- Sprossteil unterhalb der Keimblätter
Epicotyl
- Sprossteil oberhalb der Keimblätter und unterhalb der Primärblätter
Phyllotaxis
- Blattstellung; man unterscheidet grundsätzlich 3 Grundformen der Blattstellung: Disperse, distiche und wirtelige, mit der Sonderform der Decussation, Blattstellung
Äquidistanz
- Prinzip bei der wirteligen Blattstellung (Phyllotaxis): Die Blattanlagen und meist auch die zugehörigen Blätter desselben Nodus haben denselben Abstand untereinander. Ein weiteres Merkmal der wirteligen Blattstellung ist das Prinzip der Alternanz
Alternanz
- Prinzip der wirteligen Blattstellung (Phyllotaxis): Die Blattanlagen und meist auch die zugehörigen Blätter aufeinanderfolgender Nodi stehen auf Lücke. Bei gegenständiger Blattstellung eines Nodus (d.h. zwei Blätter stehen sich mit einem Abstand von 180° gegenüber) ergibt sich durch Alternanz eine kreuzgegenständige Blattstellung aufeinanderfolgender Nodi, was bspw. für die Lamiaceae (Lippenblütler) charakteristisch ist. Ein weiteres Prinzip der wirteligen Blattstellung ist die Äquidistanz
Orthostich
- Durch Alternanz und Äquidistanz gebildete Blattreihen am Spross, deren Blätter übereinander stehen
Wirtel, Adj. wirtelig
- Eine der 3 Grundformen der Blattstellung (Phyllotaxis), bei der mehrere Blätter an einem Nodus in gleichem Abstand (Äquidistanz) untereinander ausgebildet sind, der Alternanzregel folgend, stehen erst die Blätter des übernächsten Nodus übereinander (Orthostiche), z.B. bei Hippuris vulgaris (Tannenwedel)
Decussation, Adj. decussiert
- Sonderform der wirteligen Blattstellung, bei der sich je zwei Blätter an einem Nodus gegenüber stehen, so dass die Blätter des nächsten Nodus um 90° verschoben aufeinander folgen (kreuz-gegenständige Blattstellung), z.B. bei Urtica (Brennessel)
Dispersie, Adj. dispers
- Eine der 3 Grundformen der Blattstellung (Phyllotaxis), die sich durch schraubige oder wechselständige Blattstellung ohne Orthostiche auszeichnet. Bei disperser Blattstellung stehen die Blätter aufeinanderfolgender Nodi unter einem bestimmten Winkel (Divergenzwinkel) zueinander, so dass sich auf den ganzen Spross bezogen eine spiralige Anordnung der Blätter ergibt
Distichie, Adj. distich
- Eine der 3 Grundformen der Blattstellung (Phyllotaxis), bei der nur ein Blatt an einem Nodus ausgebildet wird, so dass das Blatt des nächsten Nodus um 180° verschoben darüber steht. Distiche Blattstellung ist typisch für viele Monocotyledonae (Einkeimblättrige Pflanzen), wie z.b. bei Iris (Schwertlilie), und führt zur Ausbildung von 2 Orthostichen.
Areole
- Dornbüschel von zu Blattdornen umgewandelten Blättern (Blattmetamorphose), z.B. der Cactaceae
Phyllokladien
- Sprossmetamorphose, bei der Sprossteile zu scheinbaren Blättern umgewandelt sind
Bracteen
- Tragblätter von in Axillärknospen entspringenden Blütenständen
Axillärknospe
- Achselknospe
Tegment
- Knospenschuppe, d.h. die aus einfachen Niederblättern gebildeten Umhüllungen der Knospe
Rhizom
- Erdspross, d.h. unterirdischer Sprossteil, der meist der Stoffspeicherung dient und an seinen Blattnarben oder Blattorganen erkennbar ist, z.B. bei Iris (Schwertlilie)
Nodus
- Blattansatzstellen des Sprosses, die häufig verdickt sind (Knoten)
Internodium
- Zwischen den Nodi liegende, blattlose Teile des Sprosses
Plumula
- Endknospe, d.h. Knospe des terminalen Sprosspols
allorhiz
- Bewurzelung durch stark ausgebildete Hauptwurzel und kleinere Nebenwurzeln bei den Dikotylen (zweikeimblättrige Pflanzen)
homorhiz
- Bewurzelung durch gleichförmige Wurzeln bei den Monokotylen
Anthium
- Blume, d.h. die bestäbungsbiologisch-funktionelle Einheit der Spermatophyta (Samenpflanzen)
Euanthium
- Blüte, d.h. die morphologische Einheit der Blüte der Spermatophyta
Meranthium
- Teilblume, d.h. Blüte die aus mehreren Anthii besteht, z.B. bei Iris (Schwertlilie) besteht die Blüte aus 3 Lippenblumen
Pseudanthium
- Viele kleine Blüten sind zu einem grossen Anthium, einer scheinbar einzigen Blüte (Überblume), vereint, z.B. bei den Asteraceae/Compositae (Körbchenblütler)
Infloreszenz
- Blütenstand, d.h. Aggregation mehrere bis vieler Blüten der Angiospermata
zymös
- Einfache Infloreszenz mit unverzweigten Seitenachsen auch als monopodiale Infloreszenz bezeichnet, im Gegensatz zur racemösen Infloreszenz
Monopodium, Adj. monopodial
- Wuchs- bzw. Verzweigungsmuster des Sprosses: Der Haupttrieb (Hauptachse) übergipfelt die Seitentriebe (Seitenachsen), z.B. bei Picea (Fichte). Bei monopodialer Verzweigung von Blütenständen spricht man von zymöser Infloreszenz
racemös
- Zusammengesetzte Infloreszenz mit verzweigten Seitenachsen auch als sympodiale Infloreszenz bezeichnet, im Gegensatz zur zymösen Infloreszenz
Sympodium, Adj. sympodial
- Wuchs- bzw. Verzweigungsmuster des Sprosses: Seitentriebe (Seitenachsen) übergipfeln den im Wachstum gehemmten Haupttrieb (Hauptachse). Man kann zwei Arten des sympodialen Wuchses unterscheiden, das Monochasium, bei dem ein Seitentrieb den Haupttrieb übergipfelt und das Dichasium bzw. Pleiochasium, bei dem zwei bzw. mehrere Seitentriebe den Haupttrieb übergipfeln. Bei sympodialer Verzweigung von Blütenständen spricht man von racemöser Infloreszenz
Monochasium, Adj. monochasial
- Form des sympodialen Wuchses: Ein Seitentrieb übergipfelt den Haupttrieb, z.B. bei Tilia (Linde)
Dichasium, Adj. dichasial
- Form des sympodialen Wuchses: Zwei Seitentriebe übergipfeln den Haupttrieb, z.B. bei Syringa (Flieder)
Pleiochasium, Adj. pleiochasial
- Form des sympodialen Wuchses: Mehrere Seitentriebe übergipfeln den Haupttrieb, z.B. bei Euphorbia (Wolfsmilch)
Sporangiophor
- Bildungsort der Sporangien, insb. bei den Equisetopsida (Schachtelhalmgewächsen)
Mykotrophie, mykotroph
- Die Abhängigkeit vieler höherer Pflanzen von der Symbiose mit Mycota unter Ausbildung von Mykorrhizen
Synangium
- s. Synangium
coenocarp
- Verwachsung der Carpellen der Angiospermata, im Gegensatz zu choricarpem Gynoeceum, s.a. paracarp und syncarp
paracarp
- Spezielle Form des coenocarpen Gynoeceums, bei der die zentrale Verwachsung der Carpellen aufgelöst ist; es gibt hie wiederum zwei Formen: die zentrale und die parietale Placentation
syncarp
- Spezielle, d.h. ursprüngliche Form des coenocarpen Gynoeceums, bei der die Carpellen zentral verwachsen sind
choricarp
- Freistehende Carpellen der Angiospermata, auch als apocarp bezeichnet
apocarp
- s.a. choricarp
Placentation
- Stellung/Ausrichtung der Samenanlagen an den sie umgebenden Carpellen
parietal
- Bei der Placentation: Placentation an den verwachsenen "Elterncarpellen"
zentral
- Bei der Placentation: zentrale Placentation
laminar
- Bei der Placentation: flächige Placentation
marginal
- Bei der Placentation: randständige Placentation
zygomorph
- Monosymmetrische Blütenform, vor allem bei den Familien der Fabaceae (Schmetterlingsblüte aus Fahne, Flügel und Schiffchen) und Laminaceae (Lippenblüte aus Ober- und Unterlippe)
Trachee
- Weitlumige Wasserleitungselemente, die als weiterdifferenzierte Tracheiden betrachtet werden können, mit aufgelösten Querwänden und abgestorbenem Protoplast, insb. Wasserleitungselement der Spermatophyta
Tracheide
- Röhrenförmige, englumige Wasserleitungselemente mit schrägen und stark getüpfelten Querwänden, meist mit abgestorbenem Protoplast, insb. Wasserleitungselement der Pteridophyta
Xylem
- Wasserleitende Gewebe (Leitbündel) der Spermatophyta
Phloem
- Nährstoffleitende Gewebe (Leitbündel) der Spermatophyta
Actinorrhiza
- Wurzelsymbiose von Cormophyten (Sprosspflanzen) und Bakterien der zu den Actinobacteria zählenden Art Frankia alni, bei der die Bakterien den Pflanzen v.a. Stickstoff bereitstellen, da Frankia als diazotropher Organismus i.d.L. ist, mittels des Enzyms Nitrogenase den in der Luft enthaltenden Stickstoff zu fixieren. Actinorrhiza finden sich z.B. häufig bei Alnus (Erlen) und führen zur Ausbildung charakteristischer Knöllchen an den Wurzeln (Wurzelknöllchen).


Referenzen und weiterführende Literatur

Lehrbücher und allgemeine Literatur:
[a01]: Strasburger, E., Sitte, P. (Ed.) Lehrbuch der Botanik für Hochschulen, 33. Auflage, G. Fischer Verlag 1991
[a02]: Braune, W., Leman, A., Taubert, H. Pflanzenanatomisches Praktikum I, 8. Auflage, Spektrum Akademischer Verlag 1999
[a03]: Schmeil, O., Fitschen, J., Flora von Deutschland, 88. Auflage, Quelle & Meyer Verlag 1988
[a04]: Czihak, G., Langer, H., Ziegler, H. (Hrsg.) Biologie, 4. Auflage, Springer Verlag 1990
[a05]: van den Hoek, C., Mann, D.G., Jahns, H. M. Algae: an introduction to phycology Cambridge University Press 1995, ISBN: 0521316871
[a06]: Lee, R.E. Phycology 4th Edition, Cambridge University Press 2008, ISBN: 9780521682770
[a07]: Taiz, L., Zeiger, E. Plant Physiology 4th Edition, Sinauer Associates Inc. 2006, ISBN: 0878938567

Spezielle Literatur:
[s01]: Barthlott, W. Vegetation der Erde, Nees-Institut für Biodiversität der Pflanzen und Botanische Gärten der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, 2008 (Vorlesungsskript)
[s02]: Barthlott, W., Lobin, W., Mutke, J. Biodiversität der Pflanzen, Nees-Institut für Biodiversität der Pflanzen und Botanische Gärten der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, 2008 (Modulskript BP06 Biodiversität der Pflanzen)
[s03]: Vorlesungsmaterialien der Ökologie & Umwelt (ÖKUM) Vorlesung 2010/2011, Universität Bonn
[s04]: Vorlesungmaterialien Die Pflanzenzelle 2009-2011, Prof. D. Menzel, IZMB, Universität Bonn


WWW Resourcen

[w01]: Wikipedia, The Free Encyclopedia
[w02]: AHO Bayern, Arbeitskreis Heimischer Orchideen Bayern e.V., insb. empfehlenswert ist die Darstellung der Blütenmorphologie der Epipactis (Sumpfwurz, Sitter), die exemplarisch die Eigenarten der Orchideenblüte charakterisiert
[w03]: AHO NRW, Arbeitskreis Heimischer Orchideen NRW e.V.
[w04]: www.equisetites.de - Links for Palaeobotanists, Resourcen und Linksammlung für Botanik und Paläobotanik, Klaus-Peter Kelber



Impressum
Letzte Aktualisierung: 02.12.19